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Portugal neu entdecken – Geheimtipp für Ihren Urlaub: Historische Anlagen des Bergbaus

Historische Bergwerksanlagen gehören sicherlich für viele Besucher nicht zu den Sehenswürdigkeiten, die bei einer Reise durch Portugal an erster Stelle stehen. Dass ein Abstecher durchaus lohnenswert ist, konnten wir auf unseren letzten Reisen erfahren. Einige Anlagen wurden zu interessanten Museen umgestaltet, durch die wir von den Mitarbeitern – teilweise ehemaligen Bergleuten – mit hoher Detailkenntnis und großer Begeisterung geführt wurden.

 

Südlich von Lissabon, in der Region des Alentejo ist der iberische Pyritgürtel für den Abbau von Rohstoffen verantwortlich, der auf eine über 2000-jährige Geschichte zurückblicken kann. Die wohl bekanntesten Bergwerke an diesem Pyritgürtel befinden sich in Spanien am Fluss Rio Tinto, der seinen Namen auf das durch Eisen- und Kupfervorkommen rötlich gefärbte Wasser zurückführt. In Portugal wurden fast alle Bergwerke an dieser Pyritschicht – bis auf Neves Corvo (Kupferproduktion) – in den letzten Jahrzehnten geschlossen. 

 

Im südwestlichen Alentejo – in kurzer Zeit von der Algarve aus zu erreichen – liegt der historische Bergbauort Mina de São Domingo, der durch seine verlassenen Anlagen und mit Wasser gefüllten Tagebaue beeindruckt. Der Bergbau in dieser Region geht auf die Phönizier zurück, die neben Kupfer auch Silber und Gold gewannen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zählte das Bergwerk mit über 3.000 Beschäftigten zu den größten Bergbaubetrieben Portugals. Die Mine, seit 1858 durch die von der englischen Firma Manson and Barry gegründeten Sabina Mining Companybetrieben, wurde 1966 aufgegeben, ohne Maßnahmen der Sanierung und Renaturierung zu ergreifen. Die Umweltschäden nahmen über die Jahre insbesondere mit Blick auf die Verschmutzung des Grundwassers gravierende Ausmaße an. Seit 2017 arbeitet man an der Beseitigung der Schäden und führt Sanierungsarbeiten durch, die sich auf ein Gebiet von über 600 Hektar Fläche erstrecken. Die Anlagen in ihrem heutigen maroden Zustand sind ein beeindruckendes Überbleibsel industrieller Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und zugleich ein mahnendes Zeichen für Schäden an der Umwelt, die durch Raubbau entstanden. Der Besucher erhält über verschiedene Schautafeln Informationen zu den Bergbauaktivitäten früherer Zeiten.

 

Ebenso im Alentejo am iberischen Pyritgürtel – in der Nähe der Autobahn A2 von Lissabon an die Algarve – befindet sich das Bergwerksmuseum von Lousal. Rohstoffe wurden in der Region in größerem Ausmaß ab Ende des 19. Jahrhunderts abgebaut. Unter der Leitung von Frédéric Velge und Günter Strauss wurde das Bergwerk in den 1950er Jahren zu einem der modernsten Anlagen in Portugal ausgebaut. Die Schließung erfolgte 1988, ab den 1990er Jahren startete man mit Unterstützung der Stadt Grândola und der Frédéric Velge-Stiftung ein Revitalisierungsprogramm, in dessen Folge das Bergwerksmuseum (Museu Mineiro) von Lousal eröffnet wurde. In der beeindruckenden ehemaligen technischen Zentrale sind heute diverse Gerätschaften und Maschinen des Bergbaus zu besichtigen sowie Modelle aus dem 19. Jahrhundert, die in der sächsischen Bergakademie Freiberg hergestellt wurden. Insbesondere für Kinder bietet sich ein Besuch des Centro de Ciência Viva an – der interaktive Bereich und Versuchsraum lädt zum Mitmachen und Erkunden von naturwissenschaftlichen und bergbaulichen Phänomena ein. Das gleich neben dem Museum sich befindliche Restaurant lockt mit typischen Speisen aus dem Alentejo und wenn man Glück hat – wir hatten an einem Sonntagmittag Glück – mit von Mitgliedern des örtlichen Gesangvereins vorgetragenen Liedern aus dem Alentejo – ein unvergessliches Erlebnis!


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